Ein Berufsweg, der in der Industrie zuhause ist
František stammt aus Senice na Hané und absolvierte seine Ausbildung bei Sigma Lutín zum Metallzerspaner. Die klassische Arbeit an der Drehmaschine war für ihn allerdings irgendwann nicht mehr genug. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, ständig an der Kurbel der Drehmaschine zu drehen“, erzählt er mit einem Lächeln. Also bildete er sich weiter, holte berufsbegleitend die Matura nach und schaffte damit den Sprung zur damals moderneren CNC-Technik.
Sein Weg führte ihn durch verschiedene Bereiche bei Sigma Lutín – von der Gießerei über die Buntmetallgießerei bis hin zum Zuschnitt. Später war er am selben Standort auch für John Crane und Edwards tätig. Über die Jahre kam so jede Menge praktische Erfahrung zusammen.
Wenn František von seiner Zeit bei Sigma Lutín erzählt, wird schnell klar, wie groß der Betrieb damals war. Bis zu 4.500 Menschen arbeiteten zeitweise am Standort. „Da waren vielleicht Busse voller Mitarbeiter unterwegs …“, erinnert er sich lachend. Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht – das Werk war ständig in Bewegung. Heute ist das ehemalige Industrieareal auf mehrere Unternehmen verteilt und teilweise völlig anders genutzt.
Bei weba ist Lagerarbeit alles andere als eintönig
Seit rund 2022 arbeitet František bei weba Olomouc im Lager und in der Materiallogistik. Seine Aufgaben sind vielseitig und reichen vom Wareneingang über Eingangskontrollen für Serienprojekte und die Materialerfassung im System bis hin zu Lagerausgaben, Inventuren, der Erstellung von Lieferscheinen sowie dem Be- und Entladen von Lkw.
Was von außen manchmal nach einem klassischen Lagerjob klingt, kann in der Praxis ziemlich anspruchsvoll werden. Denn bei weba geht es nicht nur um kleine Pakete oder Standardmaterialien. Teilweise müssen Werkzeuge und Anlagen bewegt werden, die mehrere Tonnen wiegen.
Wenn Logistik zur Präzisionsarbeit wird
Manche Werkzeuge sind so groß, dass beim Be- und Entladen wirklich jeder Zentimeter zählt. „Da spielt wirklich jeder Zentimeter eine Rolle“, sagt František. Mit Hebezeugen und Kränen müssen die Teile sicher aufgenommen, bewegt und positioniert werden. Dafür braucht es nicht nur technisches Verständnis, sondern auch Erfahrung und ein gutes Gefühl für Größen, Gewichte und Platzverhältnisse. Bei solchen Aufgaben arbeitet František eng mit seinen Kollegen aus der Logistik zusammen. Genau das schätzt er besonders an seinem Arbeitsumfeld. Für ihn ist ein gutes Team eines, in dem man sich aufeinander verlassen kann, gemeinsam Lösungen findet und voneinander lernt.
Erfahrung lässt sich nicht aus dem Lehrbuch lernen
Vieles, was im Lager wichtig ist, lernt man erst mit der Zeit. Wie lässt sich eine ungewöhnliche Last am besten bewegen? Welche Reihenfolge ist sinnvoll? Was muss bei einer engen Ladesituation beachtet werden? Solche Entscheidungen entstehen oft direkt aus der Praxis.
Auch bei der Warenkontrolle ist Genauigkeit gefragt. Normteile und andere Materialien müssen geprüft, den passenden Aufträgen zugeordnet und korrekt erfasst werden. Ein kleiner Fehler kann später an anderer Stelle große Auswirkungen haben. Františeks Stärke liegt deshalb nicht nur darin, Aufgaben abzuarbeiten. Er bringt Ruhe mit – und die Erfahrung, auch dann konzentriert zu bleiben, wenn viel gleichzeitig passiert.
Was František an weba schätzt
Wenn František über weba spricht, kommt er schnell auf die Menschen zu sprechen. Er schätzt Kollegen, die Erfahrung mitbringen, Wissen teilen und auch bei anspruchsvollen Aufgaben gemeinsam nach einer Lösung suchen.
Auch die Abwechslung gefällt ihm. Kein Tag läuft exakt gleich ab. Mal steht der Wareneingang im Mittelpunkt, mal eine Inventur, mal eine Lieferung, bei der besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Gerade diese Mischung hält den Arbeitsalltag spannend. Und sie zeigt, dass gute Logistik weit mehr ist als Transport von A nach B.
Ein Rat aus vielen Jahren Berufserfahrung
Auf die Frage, welchen Rat er jungen Menschen mitgeben würde, braucht František nicht lange für seine Antwort.
„Das Wichtigste ist, überhaupt zur Arbeit zu kommen!“
Ein Satz, der zunächst für Lacher sorgt. Dahinter steckt aber eine Haltung, die ihn über viele Jahre begleitet hat: Verlässlichkeit. Wer Teil eines Teams ist, trägt Verantwortung nicht nur für die eigene Arbeit. Wenn jemand fehlt, müssen oft andere Kollegen einspringen. František erinnert sich sogar noch an Zeiten, in denen gute Anwesenheit besonders honoriert wurde. Die Arbeitswelt hat sich verändert, doch sein Grundgedanke ist derselbe geblieben. Wenn man sich aufeinander verlassen kann, funktioniert Zusammenarbeit einfach besser.
Nach Feierabend wird aus Tonnen plötzlich Millimeterarbeit
Heute sind seine Kinder erwachsen und František ist inzwischen Großvater. Dadurch bleibt wieder mehr Zeit für Familie, Garten und natürlich für sein Hobby. Nach der Arbeit tauscht František Lagerhalle und Kran gegen Züge, Schienen und Miniaturlandschaften. Seine große Leidenschaft für Modelleisenbahnen begleitet ihn schon seit seiner Kindheit. Dabei geht es längst nicht nur darum, einen Zug auf ein paar Schienen fahren zu lassen. František baut komplette Modelllandschaften mit Gebäuden, Gelände, Vegetation und vielen kleinen Details. Einige seiner Modelle sind bereits mehr als 40 Jahre alt.
300 Stunden für ein Modell? Ganz normal.
Wer eine fertige Modelllandschaft sieht, sieht vor allem das Ergebnis. Was man nicht sieht, sind die vielen Stunden Arbeit dahinter. Ein kleineres Projekt kann bereits zwischen 100 und 150 Stunden beanspruchen. Bei aufwendigeren Modellen kommen schnell bis zu 300 Stunden zusammen.
Und beim Modellbau lässt sich nicht alles beschleunigen. Kleber muss trocknen. Farbe braucht Zeit. Manche Arbeitsschritte können erst beginnen, wenn andere abgeschlossen sind. Gerade das macht für František den Reiz aus. Ein Modell entsteht nicht an einem Nachmittag. Es wächst Stück für Stück.
Aus Leidenschaft wird Engagement
Františeks Begeisterung für Modelleisenbahnen beschränkt sich nicht auf den eigenen Basteltisch. Er ist Obmann des Modelleisenbahnclubs Lutín, dem rund zehn Mitglieder angehören. Nach der Corona-Zeit stand der Club zeitweise vor einer schwierigen Phase. Doch die Mitglieder hielten zusammen und führten den Verein weiter. Mittlerweile konnten sogar neue, jüngere Mitglieder gewonnen werden. Für František ist das besonders wichtig. Denn ein Hobby bleibt nur dann lebendig, wenn Wissen und Begeisterung weitergegeben werden.
Die Mitglieder des Clubs investieren ihre Freizeit freiwillig. Sie bauen Modelle, organisieren Ausstellungen und zeigen Interessierten, was alles hinter dem Hobby steckt.
Der schönste Moment ist für František dabei nicht unbedingt ein perfekt gebautes Modell. Es ist die Reaktion der Besucher.Vor allem bei Kindern. „Wenn man sieht, wie die Kinder vor der Anlage stehen und staunen, dann ist das eigentlich die schönste Belohnung.“
Der Club hat seine Modelle unter anderem bereits auf dem Messegelände Flora in Olomouc, bei der For Model sowie in der Aula der Grundschule in Lutín gezeigt. Zusätzlich arbeitet der Verein mit Modelleisenbahnern aus Hlubočky – Mariánské Údolí zusammen. Gemeinsam organisieren sie Ausstellungen, tauschen Erfahrungen aus und versuchen, neue Menschen für den Modellbau zu begeistern.
Zwei Welten, ein gemeinsamer Nenner
Auf den ersten Blick könnten Františeks Beruf und sein Hobby kaum unterschiedlicher sein. Im Lager geht es um tonnenschwere Werkzeuge, große Abmessungen und logistische Abläufe. Beim Modellbau dagegen um winzige Gebäude, Gleise und filigrane Details. Doch eigentlich verbinden beide Welten erstaunlich viele Gemeinsamkeiten wie Planung, Erfahrung und Geduld. Und ein gutes Gefühl dafür, was als Nächstes passieren muss. Im Lager entscheiden manchmal Zentimeter. Beim Modellbau oft Millimeter.
František hat in seinem Berufsleben viel gesehen und gelernt. Heute bringt er diese Erfahrung bei weba ein – ruhig, verlässlich und mit einem klaren Blick für seine Aufgaben. Nach Feierabend lebt er dieselbe Sorgfalt in einer völlig anderen Welt weiter. Und vielleicht ist genau das der schönste Teil seiner Geschichte. Ob tonnenschweres Werkzeug oder kleines Modellhaus, František geht seine Aufgaben mit Geduld, Erfahrung und echter Begeisterung an.